Das war unsere

Pferdetrekking Expedition
in Armenien
Sommer 2019

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0 Pferde
und ihre Fohlen
0 Kilometer
zurückgelegte Strecke
0 Tage
Abenteuer

Das sagen unsere Teilnehmerinnen und Teilnehmer:

  • Die Huskyexpedition war ein geniales Erlebnis! Es ist toll, mit den Hunden zu einem Team zusammenzuwachsen und am Schluss nicht nur ihre Namen, sondern auch ihre Charaktere zu kennen. Eine super (Menschen)-Gruppe, ein souveräner Expeditionsleiter (danke Dennis!) und schönes Wetter haben die gemeinsame Zeit perfekt gemacht.

    Sophia Husky Expedition 2018
  • Mit den Hunden durch die Eiswüste Russlands zu fahren war einfach atemberaubend und intensiv. Man wächst so mit ihnen zusammen, wir sind ein Team und eine kleine Familie. Dennis und Kosta haben unsere Gruppe grandios geleitet - Vielen Dank für diese unbezahlbare Erfahrung!

    Selin Husky Expedition 2018
  • Ich war bei der Husky-Tour dabei und es war einfach eines der geilsten Erlebnisse bisher. Es wurde sich super um uns gekümmert und die Zusammenarbeit mit den Hunden hat einen immer wieder vor neue Herausforderungen gestellt! Wärend der Tour habe ich auch neue Freundschaften geschlossen, die über Ländergrenzen hinaus gehen.

    Niklas Husky Expedition 2018

Reitexpedition in Armenien

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Ein Erfahrungsbericht von Caroline Gustke

Caroline reiste mit dem Zug von Bielefeld nach Armenien,
um an der Pferdetrekkingexpedition von FernWind teilzunehmen.
In ihrem Blog erzählt sie von der Reise.

Am dritten Tag in Yerevan treffe ich schließlich meine kleine Gruppe, mit der ich die nächsten 10 Tage vor allem zu Pferd in den Armenischen Highlands verbringen werde. Wir sind vier Teilnehmende plus Konstantin, einem alten Freund von mir, der sich vor zwei Jahren mit FernWind selbstständig gemacht hat und seine armenischen KollegInnen dabei unterstützen möchte, einen nachhaltigen, respektvollen Tourismus in Armenien zu etablieren.
Nach der Scoutingtour im letzten Jahr findet nun die erste „richtige“ Tour in diesem Land statt; da weitere Kandidaten aus Krankheitsgründen kurzfristig abgesprungen sind, in überschaubarer Gruppengröße.
Hinzu kommt Vladimir, unser einheimischer Guide, der uns die ganze Tour über begleiten wird. Dieser führt uns zunächst zu verschiedensten Sehenswürdigkeiten Yerevans und in Restaurants exquisiter armenischer Küche, an der es uns auf dieser Reise nicht mangeln wird.

Am ersten Tag haben wir per Auto ein paar historische Ziele rund um Yerevan angesteuert, zum Beispiel den der Gottheit Mithra gewidmeten Garni Tempel; er ist Teil einer der ältesten altertümlichen Siedlungen Armeniens. Die Siedlung war vom 4. Jahrtausend BC (!) bis ins späte Mittelalter bewohnt, wurde durch Angriffe und ein schweres Erdbeben (1679) zerstört und im Laufe des 19. Jahrhunderts neu besiedelt. Vieles in dem Gebiet liegt noch im Verborgenen; neben dem Tempel wurde u.a. ein römisches Badehaus ausgegraben.

Zum Mittag kehren wir in eine Art ländliches Familienrestaurant ein, wo wir noch einmal beim Lavash Backen zugucken können – und das Brot im Angesicht dieser Knochenarbeit noch mehr zu schätzen wissen.

Wir fahren weiter über Sewan, am Sewansee entlang zum Friedhof von Noratus, einem beeindruckenden mittelalterlichen Gräberfeld mit rund 800-900 Khachkars/Chatschkaren unterschiedlichster Größen, Formen und vor allem Details. Die meisten stammen aus der Zeit zwischen dem 9. und dem 17. Jahrhundert.

Jeder Stein erzählt seine Geschichte, d.h. er gibt Details über das Leben und das Sterben der darunter Begrabenen preis. auf dem Foto ist einer der detailliertesten Chatschkaren von Noratus. Er bildet die Hochzeitsfeier eines royalen Brautpaares (oben links) ab. Leider gab es einen Rivalen, seinem Helm nach zu schließen ein mongolischer Krieger, der sich wohl dachte, bevor ein anderer die Frau kriegt, soll sie lieber keiner haben… Wer nicht viel Geld hatte, konnte sich nur einen kleinen Stein leisten. Hier liegt eine erwachsene Frau, was man an ihrer Kopfbedeckung erkennen kann.

Am Abend treffen wir in dem kleinen Ort Martuni am südlichen Ufer des Sewansees ein. Wir lernen Tigran kennen, unseren Guide, der uns für die nächsten Tage durch die Berge führen wird. Von 18 Pferden und Fohlen umgeben, campieren wir heute Nacht bei Regen und Gewitter auf einer Wiese.
Nachdem sich vormittags endlich die letzten Regenwolken verzogen haben, werden die Pferde gesattelt und wir brechen auf; mit sechs Reittieren, fünf Fohlen, von denen das jüngste mal gerade drei Monate alt ist, und Tigrans Hund Gash.

Wir reiten ein Stück durch einen lichtdurchfluteten Wald. Die Fohlen galoppieren voller Wonne um uns herum, spielen miteinander und freuen sich des Lebens. Es macht glücklich, ihnen zuzusehen und ihr herzergreifendes Babywiehern zu hören.
Wir lassen die Bäume nun für eine ganze Weile hinter uns und betreten die weite, karg bewachsene Berglandschaft. Im Frühling sollen die Berge sich hier in ein buntes Blumenmeer verwandeln. Jetzt ist alles grün und gelb. Und weit. Je höher wir reiten, meist querfeldein, desto grandioser wird der Ausblick auf den Sewansee.

Als wir am Abend mitten auf einem verabredeten Berg eintreffen, sind unsere Zelte bereits aufgebaut und der Duft des Abendessens weht uns entgegen. Vladimir und sein Neffe (der ebenfalls Tigran heißt; sehr typischer armenischer Name) sind mit dem Auto, unserem Gepäck und Nahrungsmitteln vorausgefahren und haben ganze Arbeit geleistet. Da komme ich mir fast ein wenig pauschaltouristisch vor; aber gutes Essen und leichtes Gepäck sind es wert. Wir versorgen die Pferde, richten unsere Zelte ein und speisen königlich, nachdem Vladimir zum wiederholten Male beteuert, dass wir uns in den Bergen auf kulinarischen Verzicht einstellen sollen. In Wirklichkeit hat er so gut eingekauft, dass wir hier oben vermutlich Wochen überleben könnten.
Später wird am Lagerfeuer etwas gesungen. Die Wölfe heulen nicht mit, denn die wurden zuvor mit einem Gewehrschuss abgeschreckt, damit sie auf Abstand zur Herde und v.a. zu den Fohlen bleiben.

In der Nacht gewittert es wieder. Hier oben ist es kälter und mein Schlafsack hält nicht so warm, wie er behauptet.
Wir starten die heutige Etappe im dichten Nebel einer Wolke. Wärme und Weitsicht wären zwar schön gewesen, doch so ist es irgendwie mystisch und auch wunderbar. Unsere Pferde tragen uns teilweise ziemlich steile Abhänge hinauf und hinunter und wir gelangen in schwindelerregende Höhen. Ich halte meine zwei vor der Reise absolvierten Reitstunden im Hinterkopf und fühle mich einfach wie als Kind auf meinen selbstgebauten und auf den erträumten Pferden. Da bin ich schließlich auch nie runtergefallen. So fühle ich mich echt sicher im Sattel und vertraue meinem ausgeglichenen und trittsicheren Pferdchen Máné. Mein goldener Tipp an alle Reitunerfahrenen: Hab Vertrauen und stell dir vor, du wärst ein berittener Held/eine Heldin deiner Wahl. Winnetou, Legolas, John Wayne, völlig egal. Dann kann gar nichts passieren.
Leider regnet es schließlich wieder und auch fast für den Rest des Tages. Zuerst singen wir, um uns abzulenken. Bella Ciao, Singing in the Rain, Pippi Langstrumpf… Gash hat am meisten Spaß; der kennt kein schlechtes Wetter und flitzt fröhlich neben uns her. Er hält nicht einmal etwas davon, in einem Vorzelt zu schlafen, sondern rollt sich abends lieber irgendwo auf freier Flur ein, wo er sein Herrchen und seine Herde gut bewachen kann.
Meine leichtgewichtige, maßgeschneiderte und ziemlich sexy aussehende Regenhose der edlen Outdoor-Marke Müllsack&Tape schützt nur bedingt vor der Nässe, die sich langsam aber stetig in meinen Wanderschuhen breit macht.
Aber ein Held beschwert sich auch nicht und so jagen wir streckenweise wie warrior riders im Galopp hoch oben über die Highlands durch das Gewitter, während der Schlamm unter den donnernden Pferdehufen nur so spritzt. Und das ist so grandios, dass mir die beißende Kälte und der Regen fast nichts mehr ausmachen. Außerdem sind die mit einem bisschen Leiden verbundenen Erlebnisse am Ende immer die besten und einprägsamsten Erinnerungen. Also genieße ich sie bereits jetzt so doll wie möglich. Es ist also (fast) alles eine Frage der Einstellung.

Nachdem die Zelte abgebaut sind, machen wir einen letzten Ausflug in dieser Gegend. Wir reiten auf den Black Mountain, auf dem einige altertümliche, zunächst ganz unscheinbare, von bunten Flechten bewachsene Steine liegen, auf denen astronomische Piktogramme eingemeißelt sind. Sie sind uralt, man weiß nicht sehr viel über ihre Hintergründe und es gibt davon zehntausende in den Bergen.
Leider regnet es schon wieder, der Wind betäubt alle Gliedmaßen und diesmal macht es keinen Spaß, denn wir müssen Abschied nehmen, von Tigran und den freundlichen Pferden, die uns tagelang so brav durch die Gegend getragen haben und die wir am Ende des Ritts gefühlt mitten im Nirgendwo einigen dorthin bestellten Jungs übergeben, die sie nach Martuni zurück reiten. Völlig durchnässt sitzen wir schließlich im beheizten Bulli in Richtung Gomk.
Trotzdem: Life is good.
Als wir Gomk am Abend erreichen, werden unsere Pferde gerade aus den Bergen ins Dorf hinab getrieben, denn wenn sie nicht gerade gebraucht werden, leben sie halb wild dort oben und grasen. Das ist doch ein schönes Leben. Die bunte Herde ist über 20 Tiere stark, eins hübscher als das andere.

Am letzten Tag machen wir als krönenden Abschluss der Expedition und bei strahlend schönem Wetter einen Tagesritt mit Vasgen und Benink, unseren lokalen Guides aus Gomk. Wir besichtigen eine unterirdische, kalte, dunkle Kirche, in der sich einst Mönche versteckt haben und die früher nur durch ein rundes Loch in der Kuppel und über ein langes Seil zugänglich war. Kein besonders gemütliches Versteck.

Fazit: Jede*r Reitanfänger*in muss abschätzen, ob er oder sie für ein Pferdetrekking wie dieses geeignet oder offen genug ist und es hängt wohl ganz vom Charakter und vom Selbstvertrauen ab, ob man es genießen kann oder nur aushält. Ich für meinen Teil fand alles toll, aber wir sind eben alle verschieden. Wer ist also beim nächsten Mal mit dabei?

© Text und Fotos Caroline Gustke, 2019. Verkürzter Text, ursprünglich veröffentlicht auf umdiewelt.at.

Das sind unsere anderen Abenteuer:

Husky Touren

mit Hunden durch Russland

Armenien

Reiten am Rande Europas

Norwegen

Trekkingtour durch die Hochebene

Kamtschatka

Bären und Vulkane

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