Das war unsere

Hundeschlitten Tour
in Russland
Winter 2019

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0 AbenteurerInnen
wurden zu Mushern
0 Kilometer
zurückgelegte Strecke
bis zu 0 Huskys
im Einsatz

Das sagen unsere Teilnehmerinnen und Teilnehmer:

  • Mit den Hunden durch die Eiswüste Russlands zu fahren war einfach atemberaubend und intensiv. Man wächst so mit ihnen zusammen, wir sind ein Team und eine kleine Familie. Dennis und Kosta haben unsere Gruppe grandios geleitet - Vielen Dank für diese unbezahlbare Erfahrung!

    Selin Husky Expedition 2018
  • Die Huskyexpedition war ein geniales Erlebnis! Es ist toll, mit den Hunden zu einem Team zusammenzuwachsen und am Schluss nicht nur ihre Namen, sondern auch ihre Charaktere zu kennen. Eine super (Menschen)-Gruppe, ein souveräner Expeditionsleiter (danke Dennis!) und schönes Wetter haben die gemeinsame Zeit perfekt gemacht.

    Sophia Husky Expedition 2018
  • Ich war bei der Husky-Tour dabei und es war einfach eines der geilsten Erlebnisse bisher. Es wurde sich super um uns gekümmert und die Zusammenarbeit mit den Hunden hat einen immer wieder vor neue Herausforderungen gestellt! Wärend der Tour habe ich auch neue Freundschaften geschlossen, die über Ländergrenzen hinaus gehen.

    Niklas Husky Expedition 2018

Husky Tour in Russland

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Ein Erfahrungsbericht

Stille. Klirrende Kälte. Es ist stockdunkel. Ich sehe meinen Atem im Lichtkegel meiner Stirnlampe. Auf einmal durchdringt das Geheule und Gebelle von mehr als 60 Huskys die Stille. Wir wurden entdeckt und die Hunde wissen genau, dass es Zeit für die tägliche Portion Futter ist. Alena drückt mir mit einem Lächeln zwei Futterschalen in die Hände. „Tuyuk! Enya!“ Das sind die Namen der Hunde, für die das Futter bestimmt ist. Es ist gar nicht so einfach die kyrillische Schrift auf den Hundehütten zu entziffern und die passenden Hunde zu finden. Doch letztlich habe ich die richtige Hütte gefunden und stehe vor Tuyuk, der schon in freudiger Erwartung auf seine Portion auf und ab springt. „Sedjet!“ sage ich mit strengem Ton und Tuyuk setzt sich brav auf die Hinterpfoten und wartet bis ich den Futternapf abgestellt ist. Enya ist da etwas ungeduldiger. Zwar setzt sie sich auf meinen Befehl hin auf die Hinterpfoten, doch noch bevor ich den Napf abstellen konnte, stürzt sie auf mich zu und die Hälfte des Futters landet im Schnee. Enya ist das egal und sie macht sich über das Futter her. Ich schaue mich um und sehe, dass es den anderen Teilnehmern ähnlich ergeht. Ich zweifle, ob ich überhaupt bis zum Ende der Tour mir die Namen der Hunde einprägen kann.

Nachdem wir gemeinsam alle Hunde versorgt haben, wird es Zeit, uns aufzuwärmen. Drinnen hat uns Sergej bereits eine heiße Suppe aufgetischt und im Ofen brennt ein großes Feuer. Herrlich! Genau das habe ich jetzt gebraucht. Bevor wir uns ins Bett verabschieden, besprechen wir die kommenden Tage. Das Wetter wirft unseren ursprünglichen Plan über den Haufen und es gibt nur ein kurzes Wetterfenster für eine mehrtägige Schlittentour. Das Fenster ist bereits in zwei Tagen. Bis dahin müssen wir den Umgang mit den Hunden und dem Schlitten erlernt haben.

Futter für die Hunde
Eine heiße Suppe von Sergej
Erste Ausfahrt mit dem 4er Gespann
Frau mit einem Hund am Hüftgurt

In den nächsten zwei Tagen lernen wir von Svetlana, unserer Gastgeberin, viel über den Umgang mit den Hunden. Man merkt dabei schnell, dass ihr ihre Hunde sehr am Herzen liegen. Bevor wir das erste Mal mit den Hunden rausgehen, statten uns Svetlana und ihr Mann Sergej noch mit richtig warmer Kleidung und Schuhe aus. Jetzt bin ich perfekt für die russische Kälte gerüstet. Danach geht es zum Dogtrekking und ich spüre zum ersten Mal die Kraft der Hunde. Dabei tragen wir einen Hüftgurt und ein Hund ist mit einer Leine am Hüftgurt befestigt. So zieht mich mein Hund durch den tiefverschneiten Wald. Während dem Dogtrekking lernen wir auch die Befehle für die Hunde, um später den Schlitten kontrollieren und dirigieren zu können. Auf dem Lehrplan steht auch der richtige Umgang mit dem Schlitten. Vor allem der Einsatz der Bremse muss geübt werden.

Es stellt sich aber heraus, dass unsere Gruppe voller Naturtalenten ist und so dürfen wir noch am selben Nachmittag eine erste Ausfahrt mit dem Schlitten und einem kleinen 4er Gespann machen. Ich bin etwas aufgeregt und meine Nervosität scheint sich auch auf die Hunde zu übertragen. Davor hat uns Svetlana zwar gewarnt, aber ich kann nichts dagegen tun. Endlich gibt es das Kommando und wir preschen los. Die Kraft der Hunde ist unbeschreiblich. Die Bäume fliegen regelrecht an mir vorbei. Die Nervosität scheint sich langsam sowohl bei mir als auch bei den Hunden zu legen und weicht Freude und Spaß. Am Ende dieser ersten kleinen Tour ist jeder aus unserer Gruppe begeistert. Für alle lief es ohne größere Probleme. Die Vorfreude auf die kommenden Tage hat wohl einen neuen Höhepunkt erreicht.

Nach einer weiteren Trainingsfahrt am Tag danach steht heute unsere große Ausfahrt an. Leider lässt das Wetter nur eine Zwei-Tages-Tour mit einer Übernachtung zu. Für diese längere Ausfahrt haben wir alle mindestens acht Hunde vor dem Schlitten. Die Schneemobile, welche uns zur Sicherheit begleiten, sind voll beladen mit Ausrüstung und Proviant. Das Tempo ist heute etwas gemütlicher, immerhin steht uns eine längere Strecke bevor und die Hunde müssen bei Kräften bleiben. Da bleibt auch mal etwas mehr Zeit die Umgebung zu genießen. Auf dem letzten Streckenabschnitt fahren wir entlang der Wolga. Der Fluss ist hier mehrere Kilometer breit und komplett zugefroren. Der Anblick ist unbeschreiblich.

Auch unser Lagerplatz ist direkt am Ufer der Wolga. Nach der Ankunft müssen zuerst die Hunde versorgt werden. „Dogs first“ lautet eben eine der Grundregeln unter Hundeschlittenführern. Wir graben im Schnee Schlafplätze für die Hunde und legen diese mit Stroh aus. Jetzt müssen die Hunde noch mit Futter versorgt werden. Auf dem heutigen Speiseplan steht Fisch. Es ist bereits stockdunkel und eiskalt als wir mit allen Arbeiten fertig sind und uns endlich am Lagerfeuer bei einer heißen Mahlzeit aufwärmen können. Dank unserer eifrigen Übersetzerin Natascha unterhalten wir uns prächtig mit den einheimischen Guides und bleiben bis spät in die Nacht am Lagerfeuer zusammen. Ich bleibe noch etwas länger als die meisten anderen Teilnehmer am Lagerfeuer sitzen und genieße den Klang der fremden Sprache bevor auch ich mich ins Zelt zu den anderen kuschele.

Hundeschlitten im Schnee
Nachtlager für die Hunde
Die Spannung vor der ersten Ausfahrt steigt
Lange Nacht am Lagerfeuer
Fellpflege nach der langen Ausfahrt

Am nächsten Morgen weht ein eisiger Wind und es dauert etwas bis alle in die Gänge kommen. Nach einem herzhaften Frühstück machen wir uns wieder auf den Heimweg zur Huskyfarm. Die Nacht im Zelt war übrigens weniger kalt als erwartet. Ein kleiner Holzofen in unserem Gemeinschaftszelt und die dicken Schlafsäcke machten die Nacht sogar recht angenehm. Zurück auf der Huskyfarm versorgen wir wieder zuerst die Hunde. Nach so einer anstrengenden Tour brauchen die Hunde auch etwas Erholung und Pflege. Wir kontrollieren u.a. ihre Pfoten auf wunde Stellen und massieren ihre Beine. Die Hunde genießen die Massage und Streicheleinheiten sichtlich und auch ich möchte kaum damit aufhören.

In den nächsten Tagen standen immer wieder Tagesausflüge auf dem Programm. Das besondere Highlight war eine Tour am späten Nachmittag, die bis in die Nacht hinein dauerte. Mit der Stirnlampe durch die dunklen Wälder zu fahren, war wirklich eine einmalige Erfahrung. Die restlichen Tage vergingen wie im Flug und plötzlich stand der letzte Tag an. Heute sollten wir unser Diplom als „Musher“ (Hundeschlittenführer) bekommen. Doch davor mussten wir noch ein paar „Prüfungen“ bestehen. Diese waren nicht ganz ernst zu nehmen und der Spaß stand hier eindeutig im Vordergrund. So mussten wir einmal selbst erfahren was es bedeutet vor einen Schlitten gespannt zu werden und unsere Guides einmal um die Huskyfarm ziehen. Am Abend wurden uns dann feierlich unser Musher Diplom überreicht.

Danach wurde nochmals gemeinsam gefeiert. Sergej zauberte nochmals die besten russischen Spezialitäten aus der Küche und man munkelt, dass auch die ein oder andere Flasche Wodka getrunken wurde. Es war ein großartiger Abend und eine gebührende Abschiedsfeier für eine ereignisreiche Zeit. Doch der eigentliche Abschied stand uns noch bevor. Am Morgen mussten wir uns von den Hunden verabschieden. Mittlerweile hatte ich sie alle in mein Herz geschlossen und kannte trotz meiner anfänglichen Zweifel alle Hunde bei ihrem Namen.

Geschafft! Das Musher-Diplom
Der Abschied fällt schwer

Das sind unsere anderen Abenteuer:

Husky Touren

mit Hunden durch Russland

Armenien

Reiten am Rande Europas

Norwegen

Trekkingtour durch die Hochebene

Kamtschatka

Bären und Vulkane

Text von Fabian Künzl